Cisco setzt für das Netzwerk der Zukunft auf Intent Based Networking (IBN) und SDN. Doch es geht auch einfacher. Firmen können Netzwerk-Geräte von Cisco über Scripts oder mit offenen APIs verwalten, um wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren. Basis dafür ist das übergreifende Betriebssystem Cisco IOS XE.

Laut Cisco werden bis zu 95 Prozent der Änderungen in Netzwerken derzeit manuell vorgenommen. Demnach sind die Betriebskosten zwischen zwei- und dreimal höher als die Kosten des eigentlichen Netzwerks. Das muss nicht sein. Hier bietet die Netzwerk-Automatisierung viele Vorteile für Unternehmen: Sie entlastet die IT-Teams von manuellen Tätigkeiten und ermöglicht das zentrale und effiziente Management des Netzwerks über einheitliche Regelwerke. So lassen sich Updates schnell und gleichzeitig auf mehreren Geräten installieren sowie Geräte automatisiert konfigurieren -Router, Switches, WLAN-Controller, Server-Load-Balancer oder Sicherheits-Appliances wie Firewalls. Da dadurch die Fehlerquote sinkt, erhöhen sich die Verfügbarkeit und Sicherheit des Netzwerks.

Es gibt keinen Königsweg für die Migration auf ein (teil)automatisiertes Netzwerk, da sich die Anforderungen der Firmen erheblich unterscheiden. Als umfassende große Lösung bei der Automatisierung von Netzwerken sieht Cisco im Intent Based Networking (IBN) (siehe Blogbeitrag) mit Software Defined Networking als Basis. Für kleine und mittlere Unternehmen geht es auch einfacher.

Automatisierung über Scripts und APIs

Im ersten Schritt können Netzwerk-Administratoren Geräte wie Switches oder Router über Scriptsprachen ansprechen, um sich wiederholende Aufgaben zu automatisieren. Dadurch ist es nicht mehr notwendig, etwa die Konfiguration für jedes einzelne Gerät manuell zu implementieren. Cisco erlaubt es, automatisierte Scripts direkt in die Konfiguration des Routers oder Switches zu programmieren. So können Firmen beispielsweise Daten von Netzwerkgeräten automatisiert sammeln, um damit Reports zu generieren, oder über Scripts prüfen, ob ein Port Fehler erzeugt.

Cisoc-Hardware lässt sich beispielsweise mit der Modellierungssprache YANG für die Management-Protokolle RESTCONF oder NETCONF konfigurieren. Ein YANG-Modul beschreibt Netzwerkknoten und deren Interaktionen und definiert eine Hierarchie an Daten. Dazu gehören Status-Daten, Konfigurationen, RPCs (Remote Procedure Calls) und Benachrichtigungen. Administratoren können zudem auf viele Hardware-Komponenten von Cisco über Python Scripting zugreifen.

Der nächste Schritt ist die Nutzung von offenen APIs, um lesende und schreibende Zugriffe auf die Produkte zu gestatten sowie die Programmierbarkeit zu erhöhen. Entsprechende Schnittstellen bietet beispielsweise die Cisco-Software Prime Infrastructure. Damit können IT-Abteilungen die Bereitstellung von kabelgebundenen und drahtlosen Netzwerken sowie Services über den kompletten Lebenszyklus effektiv verwalten. Cisco Prime Infrastructure vereinfacht das Benutzer- und Zugriffs-Management und zeichnet sich durch optimierte Workflows aus. Zudem bietet die Lösung integrierte Konfigurations- und Überwachungsfunktionen für Router in Zweigstellen.

Übergreifendes Betriebssystem Cisco IOS XE

Übergreifendes Netzwerk-Betriebssystem für die Router und Switches von Cisco ist IOS XE (Internetwork Operating System). Es läuft unter Linux und ersetzt das klassische IOS durch ein moderneres, modulares OS. Da der Quellcode auf allen Geräten identisch ist, lassen sich Funktionen, die einmal programmiert werden, direkt auf anderen Geräten implementieren. Cisco IOS XE ist auch SDN-fähig, da es die Daten- und Kontrollebene voneinander trennt.

Das Betriebssystem bietet Funktionen wie Application Visibility & Control (AVC) zum Identifizieren von Anwendungen im Netzwerk und zum Sammeln der Leistungsdaten. Mit Conditional Debugging lassen sich Debugging- und Logging-Daten nach Kriterien wie einer bestimmten MAC- oder IP-Adresse erfassen. Cisco IOS XE unterstützt auch wichtige programmierbare Schnittstellen wie NETCONF und RESTCONF für die Automatisierung von Netzwerken.

Cisco erweitert den Einsatzbereich von IOS XE sukzessive auf Hardware-Plattformen in anderen Netzwerkdomänen. Aktuell arbeiten beispielsweise folgende Cisco-Produkte mit IOS XE:

  • Enterprise-Switches: Catalyst 9500, Catalyst 9400, Catalyst 9300, Catalyst 9200, Catalyst 3850, Catalyst 3650
  • Wireless Controller: Catalyst 9800
  • Edge Router und Router für WAN-Aggregation: Serie ASR 1000, ASR 9000, NCS 4200
  • Router für Zweigstellen: Serie ISR 4000, Serie ISR 1000
  • Virtuelle Router: ISRv 9000, CSR1000v