Für Juniper war es ein erfolgreiches Jahr – Sie wurden von Gartner zum Leader in den Bereichen „Data Center and Cloud Networking“ sowie „Wired and Wireless LAN Access Infrastructure“ erklärt. Dieser Erfolg begründet sich auch in Junipers fortgeschrittenen Vision künstliche Intelligenz (KI) in der Netzwerksteuerung zu nutzen. Um diese Vision weiter voranzutreiben, hat Juniper in diesem Jahr einige interessante Akquisitionen getätigt, die diesen Weg weiter vorantreiben werden.

Die Anforderungen an alle Unternehmensnetzwerke steigen ständig, die damit verbundene Komplexität macht die Netzwerke jedoch immer anfälliger für Störungen. Daher sind neue Ansätze notwendig, die hauptsächlich auf eine Verringerung der Komplexität und Netzwerkautomatisierung setzen.

Das wichtigste Schlagwort hierfür ist Software Defined Networking (SDN), das eine Abspaltung der Hard- und Software meint und damit die Datenebene von der Steuerungsebene trennt. Durch dieses grundsätzliche Netzwerkkonzept wird es möglich, Netzwerke nichtmehr allein von der Infrastruktur zu denken, sondern anwendungsorientiert zu designen. Das Intent-based oder auch Intent-driven Networking hat zum Ziel, den Zweck des Datenaustauschs in den Mittelpunkt rücken. In der Konsequenz heißt dies, dass die Nutzerzufriedenheit ein maßgeblicher Kennwert für Unternehmensnetzwerke wird.

Juniper hat mit der Mist bereits gezeigt, dass dieser Ansatz, besonders in Verbindung mit einer KI, kabellose Netzwerke revolutionieren kann. Die WLAN-Qualität ist in Mist basierten Netzen deutlich gestiegen, während die Supportanfragen zeitgleich zurückgegangen sind. Es reicht jedoch nicht aus, nur die letzten Meter zum Client in den Blick zu nehmen, zukünftig müssen Administratoren über die WAN-Edge hinausblicken. Durch den Siegeszug von Cloudanwendungen, müssen alle Netzwerkverbindungen neu gedacht werden, von LAN zu WAN bis hin zum Internet.

Juniper bietet mit seinen Mist Assurance Services bereits Werkzeuge, Service Level Expectations (SLEs) über die WAN Edge hinaus zu definieren und zu überwachen. Wie dies funktioniert und welche Möglichkeiten sich bereits bieten, haben wir in unseren Blogbeiträgen Durchblick von Client zu Cloud — Mist erweitert mit WAN Assurance nochmals seine Cloud Services und Unterstützung für Ihr Netzwerk – Die Cloud Services von Mist bereits ausführlich dargestellt.

Um sich noch stärker im Bereich SDN und Intent-based Networking aufzustellen, hat Juniper dieses Jahr drei Unternehmen erworben, die perfekt in Junipers Vision passen. Denn um das Intent-based Network voranzutreiben, sind automatisiertes Deployment sowie die konstante Netzwerküberwachung zentrale Elemente. Diese durch KI zu unterstützen und zu steuern, bietet ungeahnte neue Möglichkeiten in der Verwaltung von Netzwerken.

Apstra

Der Kauf von Apstra wurde erst vor wenigen Tagen verkündet und bildet den Abschluss eines spannenden Jahres. Mit dem Kauf zeigt Juniper, dass auch Rechenzentren ein wichtiges Thema bleiben, nachdem sich Juniper mit Mist im letzten Jahr besonders im Bereich Campus Netzwerke hervorgetan hat.

Apstra ist auf Intent-based Networking spezialisiert und bietet mit seinem Apstra Operating System (AOS) Netzwerkadministratoren eine Möglichkeit Datacenter Netzwerke automatisiert und KI-unterstützt aufzubauen und zu steuern. AOS wird auf einem eigenen Server installiert und läuft dabei weder in der Daten- noch in der Kontrollebene, sondern neben den Betriebssystemen der Switche. Die Steuerung erfolgt über Agents, die neben dem Betriebssystem auf der Hardware laufen.

Diese unabhängige Architektur bedeutet auch, dass Apstra absolut herstellerneutral ist. Auch nach dem Kauf durch Juniper soll dies weiterhin bestehen bleiben, denn auch für Juniper bieten sich viele Vorteile durch diese Neutralität, etwa wenn es um Migrationen geht.

128 Technology

Auch der Kauf von 128 Technology ist auf den Fortschritt im Bereich Intent-based Networking fokussiert, bietet jedoch neue und innovative Möglichkeiten WAN Netzwerke aufzuspannen und zeigt möglicherweise einen komplett neuen Ansatz, wie das Internet funktionieren könnte. 128 Technology bietet einen softwaregesteuerten Ansatz für Routing, der die Anwendung in dem Mittelpunkt rückt.

Das Unternehmen ist überzeugt, dass die tatsächliche Infrastruktur von Netzwerken für Unternehmen eine zunehmend geringere Rolle spielen wird. Stattdessen müssen Netzwerke Dienstleistungen für die Nutzer bereitstellen. Diese Dienstleistungen, die mittlerweile zumeist in der Cloud und damit außerhalb des eigenen Netzwerks liegen, sprechen die Sprache der Sessions. 128 Technology möchte diese Sessions in das Routing der Daten und damit in die Netzwerkinfrastruktur miteinbeziehen. Für das Routing wird das Secure Vector Routing Protokoll verwendet, welches nicht nur Sessions ins Routing miteinbezieht, sondern auch den Einsatz von künstlicher Intelligenz ermöglicht.

Dieser fundamental neue Ansatz des Routings könnte das Internet verändern. Aber auch in kleinerem Maßstab – etwa in Unternehmensnetzen, bietet die Technik entscheidende Vorteile, da das Routing effizienter gestaltet werden kann und somit Ressourcen zielgerichteter genutzt werden können.

Netrounds

Bereits im September 2020 wurde der Erwerb des schwedischen Herstellers Netrounds angekündigt. Netrounds bietet eine herstellerunabhängige Test- und Assurance Plattform für Netzwerke. Juniper kann somit seine Kompetenzen im Bereich WAN Testing und Monitoring mit Fokus auf die Nutzerexperience ausbauen.

Zwar kann Juniper in diesem Bereich dank der Mist Assurance Services bereits großartige Erfolge vorweisen, doch bietet Netrounds eine bisher nicht dagewesene Tiefe von Test und Monitoring Optionen über den gesamten Lebenszyklus ihres Netzwerks hinweg. Die Lösung von Netrounds bietet eine programmierbare Testumgebung, die Level 1 bis 7 Traffic auf der Dataplane erzeugen kann und Test nicht nur während der Einrichtung des Netzwerks, sondern über den gesamten Lebenszyklus hinweg erlaubt. Auch hier steht der Nutzer im Fokus, da bei den Tests nicht die Infrastruktur, sondern der Datentransport getestet wird und so unmittelbar Rückschlüsse auf die Netzwerkqualität getroffen werden können.

Junipers Strategie will SDN vollenden

Die Zukäufe des Jahres 2020 zeigen, dass es Junipers Ziel ist, den SDN Ansatz konsequent zu Ende zu denken. Die Zukunft liegt in der Trennung von Software und Hardware sowie in der KI-Unterstützung in allen Bereichen der Netzwerkverwaltung. Um dies auch umzusetzen, hat Juniper nun die richtigen Partner zur Verfügung. 2021 wird ein spannendes Jahr für die Zukunft der Netzwerktechnik.

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Ich bin Pablo Vertedor Sanchez aus dem HCD Vertriebsteam. Ich berate Sie gerne oder helfe Ihnen bei Fragen weiter. Sie erreichen mich telefonisch unter +49 89 215 36 92-0 oder per Kontaktformular.

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